National Mining Museum
TwitterFacebook
LOADING
PREV
NEXT
http://www.mnm.lu/modules/mod_image_show_gk4/cache/Untitled-2gk-is-228.jpg
http://www.mnm.lu/modules/mod_image_show_gk4/cache/slideshow.autour_du_mnm.20130604 Maschineschappgk-is-228.jpg
http://www.mnm.lu/modules/mod_image_show_gk4/cache/20130604 Traingk-is-228.jpg
http://www.mnm.lu/modules/mod_image_show_gk4/cache/20130604 Buggigk-is-228.jpg
http://www.mnm.lu/modules/mod_image_show_gk4/cache/Carreaugk-is-228.JPG
http://www.mnm.lu/modules/mod_image_show_gk4/cache/slideshow.musee.6711-crop-840x500x90gk-is-228.jpg
http://www.mnm.lu/modules/mod_image_show_gk4/cache/slideshow.home.DSC02875gk-is-228.JPG
http://www.mnm.lu/modules/mod_image_show_gk4/cache/slideshow.home.DSC02929gk-is-228.JPG
http://www.mnm.lu/modules/mod_image_show_gk4/cache/slideshow.autour_du_mnm.20130604 Pierregk-is-228.jpg
Fri, 13 March

De bèrchleit fu Rémléngen...

Jean-Baptiste Nau wurde am 9. November 1859 in Tetingen geboren...

 

De bèrchmann

De bèrchleit fu Rémléngen an Esch zóerkannt.

Op d'weis: « Auf ihr Brueder, laszt uns wallen! »

 

Wa fum dall doîwer d'koppen,

D'nuocht fer'm dâch 'só schnell enweicht,

Hêmlech d'stère séch ferstoppen,

Wó de sonnestrâl hîstreicht,

Gêt e lemperchesgefonkel

Luos de bèrechpètchen hin

Zó de fèlzen, nô dem donkel/span>

Fun den dëwe galleri'n.

 

'T as de bèrchmann, dê musz schêden,

Kaum nach, dasz der dâch erschéngt;

Frésche mutt a stèrkt beglêden

Hèn dohin, dê frêdech séngt:

'T gêt neischt îwer d'bèrchmannslèwen,

'T as wuol hârt, mâ 't stèreckt d'hèrz,

Matt zefriddenhêt zum strèwen

Brèchen sî dât schwëert èrz.

 

Wéllkomm bas de klôre muorgen,

Hells dem bèrchmann du nach wuol

Drëwes dëf fer haut ferbuorgen,

Sëf éch méngem Gott emfól.

Muonech onsrer komerôten,

Dë nach muorgens hoffnonksfoll

Séch nach an de bèrech wôten,

Hu mer dót eraus geholl.

 

Greilech fèlzen hèn émnuochten,

D'lempche wë e stèr em schéngt,

D'ûorch gefôr belauert d'truochten,

Fîr datt hèn séch fill ferdéngt.

Hëert'n an de fèlze buoren,

Domp de knall an dëwe geng!

 

Kuckt e fró dem dâch zófuoren

Matt gewon'nen eisesteng.

 

Gott well bèrchmann déch behidden,

Agefuor a bèrchmanns nuocht,

Wann déng fleiszech henn ermidden,

Sëf eng róech nuocht dîr bruocht!

Kéns du dann erof fum bèrech,

Sang du hell dein allerbescht :

Bèrchsmannsgléck a krâft begèr éch,

Bis méng lempche mîr ferlescht.

 


 

Jean-Baptiste Nau wurde am 9. November 1859 in Tetingen geboren. Er war der Sohn von Hufschmied Jean-Baptiste Nau und Regina Schon und hatte vier jüngere Geschwister. Nach der Primärschule kam er ans Hauptstädtische Athenäum, wechselte dann auf die dem Athenäum angeschlossene Gewerbeschule, und verliess diese am Ende des Schuljahres 1875/1876 auf Quarta.

Naus Tante war die Ehefrau des Grubenbesitzers Nicolas Gonner aus Rümelingen. Dieser verschaffte Nau eine Stelle als Grubenaufseher, die er einige Jahre innehatte. Eines von Naus Gedichten, De bèrchmann, ist den Bergarbeitern von Rümelingen und Esch/Alzette gewidmet. Hierin beschreibt er den gefährlichen Alltag deser Männer.

1880 emigrierte Nau in die USA. Er liess sich in Detroit, Michigan nieder, wo er eine Anstellung als Zeichner fand. Hier begegnete ihm der Dichter Nicolas Gonner auf einer seiner Geschäftsreisen. Gonner beschreibt ihn und einen weiteren Luxemburger Einwanderer als « zwei Jongen von dohem [...] die erst ein paar Wochen in Amerika waren und schon wieder das Heimweh hatten. » Wie diese Begegnung in einer luxemburgischen Gastwirtschaft in Detroit zeigt, suchte Nau während seines Amerika-Aufenthaltes die Gesellschaft der luxemburgischen Auswanderer. Das Amerikabild, das er in seinen Gedichten besingt, ist ausschliesslich auf das « Kleinluxemburg » der Emigranten ausgerichtet (z.B. Zefriddenhêt fum létzebûrger an Amérika). Naus Gedichte sind typische Emirgrantenlyrik : er beschäftigt sich mit dem Heimweh des Auswanderers (Hêm! Erém hêm!) und dem neuen Leben in Amerika. Mit E stûrm um mèr greift er ein oft wiederkehrendes Thema in der Auswandererliteratur auf : die Gefahren einer wochenlangen Schiffsreise nach Übersee und die Gefühle der Reisenden, die zwischen banger Ungewissheit und hoffnungsvoller Vorfreude schwanken. Werke von Nau erschienen in der Luxemburger Gazette und in der deutschsprachigen Chicagoer Zeitung Der Westen.

1883 nahm Gonner neun Gedichte von Nau, mit dem er « in regem Briefwechsel » stand, in den Sammelband Prairieblumen auf.

 

Trotz dieser literarischen Freundschaft gelang es Nau nicht, in Amerika Fuss zu fassen. Nach einigen Jahren kehrte er nach Tetingen zu seiner verwitweten Mutter zurück. Es ist ungewiss, welche Beschäftigung er in dieser Zeit ausübte. In der Volkzählung 1887 gibt er als Beruf « maître tailleur » an. Auf der Todesurkunde steht jedoch « Hufschmied », so dass Nau in seinen letzten Monaten vielleicht seinem Bruder, der die Schmiede des Vaters übernommen hatte, zur Hand ging.

 

Auch nach der Rückkehr nach Luxemburg schrieb Nau weiterhin Gedichte. Die luxemburgische Zeitung Der Arbeiter veröffentlichte fünf Gedichte von ihm, eines davon auf Deutsch. Bei dem Gedicht Verlôss handelt es sich um eine überarbeitete Version von D'ferlôszent kand aus den Prairieblumen. Nau verfasste ebenfalls zwei Gedichte über den Luxemburg-Besuch von Grossherzog Adolf I. und einen Marsch zu Ehren des Monarchen, der vom Domchordirigenten Peter Aloysius. Inmitten dieser intensiven literarischen Schaffensphase verstarb der Dichter im Alter von nur 31 Jahren am 8. April 1891 in Tetingen und wurde zwei Tage später auf dem Friedhof der Gemeinde beerdigt.

 

Auszug Prairieblummen von Nicolas Gonner- Centre national de littérature -  Virgestallt a kommentéiert vum Sandra Schmit. www.literaturarchiv.lu